Sanierung/Ersatzneubau eines Kindergartens mit Kinderkrippen- und Hortplältzen in Veitsbronn

VgV-Verfahren mit integriertem Planungswettbewerb

 

 

Mit unserer Bearbeitung haben wir uns gegen eine Sanierung entschieden. Die Gründe hierzu sind mannigfaltig:

 

Schadstoffbelastung

Wie im Gutachten ausgeführt, erlaubt die derzeitige Gebäudeerkundung „nur eine punktuelle Aufnahme der Bausubstanz“. Ferner wird ausgeführt, dass „keine exakten flächenhaften Aussagen für das Gesamtgebäude getroffen werden“ konnten. Im Falle der Sanierung würde also die Bewertung der Schadstoffbelastung des Bestandes baubegleitend ein schwer einschätzbarer Kostenfaktor bleiben.

 

Eingriff in die Bausubstanz

Für den Fall der Neubelebung müsste das Schulgebäudes nicht nur nach konstruktiven und gestalterischen Gesichtspunkten in den Rohbauzustand zurückgeführt werden, sondern auch von allen u.a. im Materialverbund auftretenden Kontaminationen wohl bis hin zum bestehenden Dachstuhl befreit und dann wieder neu aufgebaut werden. Aus Raumbedarfsgründen notwendige Anbauten im Erdgeschoss würden die bestehende Substanz noch mehr minimieren. In Summe würde am Ende des notwendigen Rückbaus weit weniger als der bestehende Rohbau (graue Energie) wieder verwertet werden können.

 

Gebäudestruktur

Gebäuderaster und Gebäudestruktur des Bestandes passen nicht zu den Anforderungen des Neubaus. In die  seinerzeitig durchaus stringente Struktur gleichgroßer Geschosse lässt sich die nun eher spielerisch leichte und kindgerechte Erlebniswelt des Neubaus mit unterschiedlich großen Raumprogrammen über alle Etagen nicht übertragen.

 

Erdgeschoss

Kindergarten / Kinderkrippe / Gemeinschaft

In unserem Konzept wird im Erdgeschoss neben den Flächen für Kindergarten und Kinderkrippe das notwendige Platzangebot für die Gesamtanlage (verteilt auf alle Geschosse) mit direktem Gartenbezug verortet. In den Bestand würde es per se nicht passen, denn hier sollen sich alle Nutzer des Hauses in einem fließenden Raum wieder finden! Rücksichtnahme auf kleinteilige statische Begrenzungen des Bestandes (Länge und Größe von Wandöffnungen mit dann einschränkenden Stürzen als Lastabfangung etc.) stehen dem gewünschten architektonischen Eindruck direkt im Weg.

 

Obergeschoss

Hort / Hort / Werken

Raumteilung, Fassadenraster, Aufzugsanlage

Wie vor:

Zwänge im Bestand hemmen notwendigen architektonischen Freiheitsgrad.

 

Dachgeschoss

Dritte Ebene des Bestandes wird vollumfänglich nicht benötigt.

 

Resümee

Die Integration des Neubauvolumens mit von Erdgeschoss bis ins Dachgeschoss abnehmender Nutzfläche In den Bestand mit 3 identischen Geschossen (Angebot an Nutzflächen) konterkariert den Gedanken eines sinnhaften Gebäuderecyclings.

 

Bauen für Kinder

Die Gestaltung der Welt der Kinder heute bedarf mannigfaltiger gestalterischer Freiheitsgrade. Das bestehende Schulgebäude mit 3 plus D zeigt unserer Meinung nach nicht die erforderlichen Qualitäten, um hier im eher ländlich geprägten Raum eine schöne und kindgerechte Lösung für die gestellte Aufgabe innen und außen anbieten zu können.

 

Wirtschaftlichkeit

Nach Abwägung aller Parameter sind wir der Meinung, mit einem Neubau das auch wirtschaftlich bessere Ergebnis erzielen zu können. Daher haben wir uns für den Vorschlag eines Neubaus entschieden.

 

Standort

Veitsbronn

Typologie

Wettbewerb | Neubau | Öffentlich | Bildung

Bauherrenschaft

Gemeinde Veitsbronn

Wettbewerb

2020

Größe

1.809 m2 BGF

Projektleitung

Martin Lodde

Mitarbeit

Stefan John, Christina Haslbeck

 

Dateien zum Laden

Projektdatenblatt herunterladen